Dunkle Feen und der permanente Krieg der New World Order

بسم الله الرحمن الرحيم

“Bewusstsein kommt nicht mit dem Vorstellen von Lichtfiguren, sondern indem wir die Dunkelheit mit Bewusstsein füllen.”  ~ C.G. Jung

“Maleficent – die dunkle Fee” ist ein Disney-Film mit Angelina Jolie und eine Neu-Interpretation des Märchens Dornröschen. In diesem Film stellt Jolie eine Elfe dar, deren mächtige Flügel von einem verräterischen Mann abgeschnitten werden, wofür sie sich mit dem berühmt-berüchtigten “Dornröschen-Fluch” revangiert. Eine schöne Sicht auf den reichen Erfahrungssschatz aller “bösen Frauen” und “dunklen Mütter”.

Ich begegne ja diesen angeblichen dunklen Frauen immer wieder, die böse sind bzw als solche verurteilt werden, wenn die Welt der Männer sie hintergeht, zumal dann wenn sie sich gegen  Missbrauch (auch bekannt als “Flügel abschneiden”) durch einen Mann oder die Gesellschaft wehren.

Heutzutage ist es wieder ganz normal geworden eine Frau zu verurteilen wenn sie Genugtuung will oder einfach nur Gerechtigkeit oder wenn sie Angst hat und deshalb die Geschichten von dem Missbrauch den sie erfahren zu oft wiederholt, damit sie vielleicht einmal so etwas wie Gehör bekommt. Dann wird sie von der Gesellschaft, den Medien, Anwälten, Gerichten und sogenannten Experten flucks zur “Psychopatin” aka “dunklen Frau/Mutter” erklärt, der Frau die vom Missbrauch an ihr nicht ablassen kann, die auf Rache sinnt, die nicht vergeben kann und somit eine schlechte Frau und Mutter ist. Das Internet und einige Jahrzehnte der Beforstung desselben durch Väterrechtler hat das seinige zur “Neu-Repräsentation” und Pathologisierung von Frauen und Müttern getan, zumal nach Trennungen und wenn Kinder gezeugt wurden. Fake News existieren nicht nur in Bezug auf Flüchtlinge, sie existieren insbesondere auch in Bezug auf Mütter, und zwar schon seit mindestens 2003.

Meine Rote Mutter (Deutsche Tapete), Kollage Kirsten Roya Azal

Durch höchst perfide neue Formen der argumentativen Subversion verlieren Mütter, die sich von perversen Arschlöchern trennen wollen in sich endlos wiederholenden, sich gleichenden Szenarieren, das Sorgerecht und oft auch allen Zugang zu ihren Kindern. Sie werden in einem kafkaesken Zusammenspiel zwischen Free-Market Psychiatrie, geldgeilen Anwälten und der Bürokratie der Gerichte und Ämter zu “Querulantinnen”, “Borderlinerinnen”, “Narzistinnen” und dergleichen erklärt, wenn sie einen missbrauchenden Ex-Mann Umgang mit den Kindern verweigern. Dabei werden auch gerne Grund-Prinzipien des Kinderschutzes verbogen, und Erklärungen zusammengeschustert, die unseren (BRD) Rechtsstaat untergraben. Das Hauptargument ist, dass der Schutz der Kinder und der Frau vor Missbrauch, dem Recht des Vaters auf die Kinder nachstehen muss. Eine Mutter, die den Missbrauch thematisiert, wird der “Missbrauch des Missbrauchs” vorgeworfen und zur Schlinge gemacht. Sorgerrechtsentzüge von Müttern sind zum Standard geworden. Ich möchte hierzu auf das Gästebuch und die Fallsammlung auf der Mütterlobby Seite verweisen, was weiter erklärt, wie solche Fälle typischerweise verlaufen.

All diese Theorien über den “Missbrauch des Missbrauchs” kommen natürlich aus USA und sind unterstes wissenschaftloches Niveau, aber alas – diese Theorien regieren heutzutage die Soziallandschaften. Dank dem Internet und kulturellen Vorbildern der US, dem Land des aggressiven, algorithmen-betriebenen, neo-liberal-feudal-patriachalen Kinderschutzes. Hier sei insbesondere auch der Her Gardner mit seiner berüchtigten “Parental Alienation Syndrome” Theorie erwähnt, welches seit 20 Jahren die Familiengerichtsszene übernommen hat, und zum politischen Pamphlet der Familiengerichte und radikalen Väterbewegung wurde. Eine Frau die Missbrauch meldet riskiert alles! Und die sich über’s Internet schnell verbreitende Nachricht an alle Frauen und Kinder ist – wie schon vor den 1970zigern – nie über Missbrauch zu sprechen. So wie eben auch diverse missbrauchte Bevölkerungs-Gruppen und Nationen nicht über den Missbrauch durch die Obrigkeiten, den Staat oder andere Staaten sprechen dürfen, und Missbrauch an der Bevölkerung offiziell nicht existiert sondern nur “robuste Schutz-Massnahmen” sind.

Jede Frau, die sich vom Missbrauch an sich selbst und ihren Kindern befreien will, muss dieses Basiswissen über das derzeitig bestehende System haben, und sich schon bei ihren eigenen Anwälten beginnend vor den Fallstricken der Vorurteile gegen sie hüten. Sie muss wissen: Sie wird pathologisiert werden. Der Missbrauch den sie meldet, wird gegen sie gewandt werden und kann in die Total-Katastrophe, sprich den kompletten Entzug des Sorgerrechtes durch den Staat mit vollkommener Kontaktsperre (und in England auch im die Zwangsadoption) münden. Selbst dann, wenn dieser Missbrauch bewiesen ist, werden ihr die Türen ins Gesicht geworfen werden und wird an ihr die Pathologisierung der “Frau die sich missbrauchende Männern sucht” kleben bleiben. Ich bezweifle stark, dass es derartige Pathologisierungs-Aufrufe auch für Männer gibt.

Woher kommt all dieser Irrsinn? Es ist schwer die genauen Wurzeln dingfest zu machen, ohne sich in einem post-modernen Gedanken-Wust der “relativen Wirklichkeiten” zu verheddern. Das Internet ist sicherlich das Medium, welches diesen Irrsinn aus den USA nach Europa verbreitete.

Zur Zeit beschäftige ich mich ein wenig mehr mit den “Neo-Cons” und ihrem Machivelli-gleichen Vordenker Leo Strauss, der extrem elitäre Theorien über das “natürliche Ungleichgewicht” und “den Nutzen des fortdauerenden Konflikts” in den politischen Mainstream der USA brachte, was sich von dort nach Europa und in die BRD verbreitete. Erwähnt sei dringenst, dass Leo Strauss’ Mentor ein gewisser Carl Schmitt war, der als “Jurist des Nazi-Staates” galt. Ja, manche Dinge sind so makaber, sie driften ins skurille! Über die Frei-Markt Ideologien des “Neo-Liberalismus” – dem ökonomischen Schwert des Neo-Konservatismus – werden die neo-konservative Ideologien verbreitet und in den gesellschaftlichen Institutionen manifestiert und damit haben wir heute alle unsere Begegnungen im Zeitalter der “Privatisierungen”, “Digitalisierungen” (des Datenmissbrauchs) und der “Globalisierung”, was zusammengefasst wohl die “New World Order” ist.

Im familiengerichtlichen Kontext bedeutet dies, dass die Neo-Konservativen Ideologien über sogenannte “freie Experten auf einem freien – liberalen – Markt” (nach US Vorgaben geschulte Sozialarbeiter, Psychiater, Richter etc) die Gerichte und Institutionen kontrollieren, und von den fortlaufenden Kriegen um die Kinder einerseits gewinnbringend – liberal eben – zu profitieren (pro “Gutachten” kriegt zum Beispiel jeder sogenannte Experte im Durchschnitt €3000 – €8000, und in einem hochstrittigen Verfahren sind mit durchschnittlich 8 Gutachten zu rechnen) und andererseits ihre ultra-neo-konservativen Ideologien gesellschaftlich zu verankern. Die neo-konservativ-liberale Rechnung über den “Nutzen des permanten Konfliktes” geht an den Familiengerichten vollstens auf, denn an den Familiengerichten bekriegen sich die Menschen für Jahre wegen der Kinder, was sie psychisch und finanziell ausblutet und letzlich nur denen nutzt die an diesem Irrsinn Gewinn machen – allesamt dubiose Ideologen und Profiteure. Auch bei den diversen Frauenvereinen habe ich dubiose Ideologen gefunden, welche die Mütter in einen Krieg schicken, ohne sie darüber aufzuklären, wie die politischen Landschaften derzeit für Mütter aussehen, und dass viele Männer sich über das Internet ideologisch aufrüsten und zusammenrotten. Das wird zuweilen bejammert, aber es wird nichts dagegen getan – die Felle scheinen davon geschwommen zu sein. Stattdessen lebt die Frauenhilfe weiterhin in den Spheren der 80ziger Jahre. Wer es nicht glaubt, soll man eine “Frauenberatungs-Stelle” vor Ort besuchen.

Auf aussenpolitischer Ebene lässt sich das Spektakel vom “Nutzen des permantent Konflikts” in allen Krisenregionen – zum Beispiel im Irak, Syrien, in Israel/Palestina – beobachten. Waffen machen Geld. Wer Kriege veranstaltet braucht Waffen. Und dubiose NGOs. Und sich streitende Menschen, die so verrückt werden, dass sie in den Krieg ziehen wollen. Wenn sie nicht verstehen, was Krieg ist und wo alles seinen Anfang nimmt, gehen sie mal in ein Familiengericht. Es wäre ein lohnendes Projekt glaube ich, ein Familiengerichtsverfahren von vor 30 Jahren bei dem häusliche Gewalt eine zentrale Rolle spielt mit einem Familiengerichtsverfahren von heute zu vergleichen.

Für eine weitere Lektüre zum Thema “Familie, Neo-Konservatismus und Neo-Liberalismus” empfehle ich “Gender, Place & Culture At the Horizons of the Subject: Neo-liberalism, neo- conservatism and the rights of the child Part Two: Parent, caregiver, state” von Sue Ruddick, welches zumindest Ansatzweise einige Facetten des Themas im Bezug zu Kindern und Familiengerichten angeht.

Die bessere Neuigkeit ist, dass all diese abgrundtiefen Gesellschaftsspiele eine neue Ära der “weisen, oh so dunklen” Frauen einläuten wird. Frauen deren Flügel abgeschnitten wurden, aber die es überlebt haben, sich grössere Flügel wachsen liessen und dazulernten und ihr Wissen weitergeben, an ihre Kinder, Freunde, andere Frauen und Männer, die wie sie die Schnauze voll haben, von der neo-kon-liberalen-digitalen-globalen-kapital-total-enthemmt Headfuckery.

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